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Wirtschaft

Schlechtes Gewissen?


Mit der Steuerreform Anfang 2006 sind zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten entfallen. Der Gesetzgeber will eine "Verbreiterung der Bemessungsgrundlage" durchsetzen. Gutverdiener sollen nicht weiterhin Steuern "sparen" können, indem sie buchmäßig Abschreibungen
zur Reduzierung ihres (steuerpflichtigen) Einkommens nutzen. Auch am Stammtisch in der Kneipe am Eck wird hitzig diskutiert: Es geht nicht an, daß der vielzitierte "Einkommensmillionär" fast so wenig Steuern zahlt, wie der Maurerlehrling. Bei dieser Diskussion um mehr Steuergerechtigkeit wird allerdings allzu leicht vergessen, daß es die vielgeschmähten "Gutverdiener" sind, die investieren, die Aufträge vergeben, die Risiken übernehmen, die eigenes und geliehenes Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen, die dreißig Jahre lang Schulden abarbeiten und damit genau das tun, was unser größtes innerdeutsches Problem lösen hilft: Arbeitsplätze schaffen. Abschreibungen sind nur eine anfängliche Finanzierungshilfe, eine Initialzündung, die dazu beiträgt, daß der "Gutverdiener" sich aufrafft und einen Auftrag erteilt, der ein Vielfaches der eigenen Steuerersparnis wieder in die öffentlichen Kassen einspielt, nämlich in Form von Grunderwerbsteuern, Umsatzsteuern, Lohn- und Einkommensteuern und Sozialabgaben.






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